Verbot: Herstellung von Musik-CDs

Ende der CD-Herstellung

Einige haben schon mitbekommen, dass heute einige Neuerungen in vielen Lebensbereichen in Kraft treten. Plastiktüten, die es häufig kostenfrei gibt, sollen ab sofort Geld kosten. Hintergrund ist eine Richtlinie der EU. Der Verbrauch von Kunststofftüten soll bis 2019 auf 90 Tüten und bis 2025 auf 40 Tüten pro Einwohner im Jahr reduziert werden.

Eine Neuerung ist denkbar unklug gewählt: Die Deutsche Telekom drosselt ihren Kunden ab 28. April den Musik-Streaming-Dienst Spotify, sobald sie das im Tarif enthaltene Übertragungsvolumen erreicht haben. Sämtlicher Datenverkehr soll dann auf 64 Kbit/s im Download und 16 Kbit/s im Upload verlangsamt werden. Bisher war Spotify von der Drosselung komplett ausgenommen, widersprach aber aus Sicht einiger dem Punkt der Netzneutralität. Warum der Zeitpunkt ungünstig gewählt ist, zeigt sich heute. Ab sofort ist die Herstellung von Musik-CDs europaweit verboten.

Ab sofort teilweise verboten: CD-Herstellung

Die Herstellung von Musik-CDs darf weder in Großauflagen noch für den Privatgebrauch stattfinden. CDs dürfen zwar weiterhin gebrannt werden, dürfen dann aber keine Musik mehr enthalten. Hersteller von Rohlingen sind verpflichtet, die CD-Rohlinge so herzustellen, dass der Gebrauch als Musik-CD nicht mehr möglich ist. Sie haben eine Übergangszeit von sechs Monaten.

Handel mit Musik-CDs

Auch den Handel mit Musik-CDs trifft es hart. Sie dürfen bereits hergestellte CDs nur noch bis Ende des Jahres verkaufen. CDs, die bis dahin nicht verkauft worden sind, müssen vernichtet werden. Eine Ausnahme sieht der Gesetzgeber jedoch. Statt der Verschrottung von CDs, dürfen die Musik-CDs auch gespendet werden. Explizit werden hier Kindertagesstätten und andere soziale Einrichtungen genannt. “Musik ist ein wichtiger Teil der kulturellen Förderung. Besonders in Kindergärten kann nicht jeder über einen Account zum Streamen von Musik verfügen.”, wird diese Spende-Möglichkeit begründet.

Hintergrund zum Verbot der CD-Herstellung

Mit dem Verbot der CD-Herstellung von Musik-CDs soll insbesondere die Musik-Piraterie eingegrenzt werden. Noch heute werden Millionen mit Raubkopien von Musik-CDs umgesetzt. Dabei trifft es insbesondere große und bekannte Musiker, wie Rihanna oder Justin Bieber. Viele große Musiker unterstützen dieses Verbot. Die CD-Herstellung auf dem Schwarzmarkt sei für sie eine finanzielle Belastung, so die Begründung. In Zukunft soll der Fokus des Musik-Genusses eher auf die Streaming-Dienste liegen. Viele Anbieter, wie eben Spotify bieten günstige und bezahlbare Modelle an. Ein Sprecher sagte: “Dadurch, dass nun vermehrt Kunden zu Streaming-Dienste greifen werden, können wir auch mehr Geld an die Musiker ausschütten. Das kommt durch bessere Musik auch beim Hörer an.” Computer Bild hat einige Musik-Streaming-Dienste getestet (zum Test der Computer Bild).

Diese Strafen erwarten Dich bei der CD-Herstellung

Sollten nach Ende des Jahres noch CDs hergestellt werden, erwarten einen bis zu 70.000 Euro Bußgeld oder je nach Land bis zu 12 Jahre Gefängnis. Der Gesetzgeber hat hier eine einfache Berechnung zu Grunde gelegt: Pro CD-Herstellung, also je einzelne Musik-CD, werden circa 180 Euro Strafe fällig. Hierbei berücksichtigt man die Gebühren, die für ein Streaming-Dienst anfallen mit circa 5 Euro. Eine CD soll, wenn man sie unliebsam behandelt und/oder sich “satt gehört hat” circa 3 Jahre Musikgenuss bereithalten. 5 Euro x 36 Monate = 180 Euro.

Fazit: Ist ein Verbot sinnvoll?

Nun ja, darüber lässt sich streiten. Klar, der Discman ist tot. Viele Nutzen bereits Streaming-Dienste und haben so die Musik immer dabei. Auch für Musiker gibt es z. B. mit Spinnup Dienste, wie man seine Songs zu Streaming-Diensten bekommt. Für viele Musiker und Musik-Fans ist die CD, neben der Schallplatte, immer noch das wichtigste Mittel, um “Stolz auf seine Musik” zu sein. Ein Verbot beschneidet Musiker erheblich und auch wenn dies ein Aprilscherz ist, würde besonders kleinen und jungen Musikern ein wichtiger Bestandteil der Musik fehlen. CDs halten Jahre und geraten nicht so schnell in Vergessenheit wie Streaming-Alben.

 

Übrigens, ja: Dies war ein Aprilscherz.