Social Media für Musiker – 7 Tipps für mehr Reichweite

Social Media für Musiker

Als Musiker bist Du das Gesicht Deiner eigenen Marke. Dieses Gesicht musst Du verkaufen um erfolgreich zu sein. Fans identifizieren sich nicht nur mit Deiner Musik sondern auch mit Dir als Menschen. Egal, ob Du alleine Musik machst oder Teil einer Band bist. Die Fans wollen wissen wer Du bist.
Was für Dich vielleicht langweilig erscheint, kann für Deine Fans interessant sein. Du kaufst Saiten für Deine neue Gitarre? Ein Bild auf Facebook zeigt es Deinen Fans. Du lässt sie so Teil Deiner Person und Deiner Musik werden.
Ob es Dir passt oder nicht, als Musiker hast Du Dich nicht für dafür entschieden Musik zu machen, sondern auch dafür im Rampenlicht zu stehen. Social Media, mit Kanälen wie Facebook und Instagram, sorgt dafür, dass Du selbst entscheiden kannst, was Du von Deinem „Privatleben“ mit Deinen Fans teilen möchtest und was nicht. Trotzdem ist Social Media für Musiker, egal in welchen Ausmaßen, wichtig.
Ein Foto oder ein Post sind nur ein Bruchteil Deines Tages. Doch dieser kleine Moment sorgt für Fanbindung und Nähe. Wenn Du Deinen Fans nahe sein möchtest, dann möchte ich Dir mit diesem Blogartikel sieben Tipps geben.

Tipp 1: Zeige Dich auf Facebook und Instagram

Auf den Social Media Kanälen Facebook und Instagram wirst Du wohl am ehesten Deine Fans antreffen, zumindest wenn es um die digitale Welt geht. Außerdem helfen Dir diese beiden Kanäle neue Fans zu bekommen. Facebook lohnt sich immer. Wenn Du noch kein Facebookprofil für Dich als Musiker oder für Deine Band hast, solltest Du dringend ein Profil anlegen. Auf Facebook erreichst Du viele Deiner Fans sehr persönlich. Mit den richtigen Beiträgen erhöhst Du Deine Reichweite durch Interaktionen (Likes, Kommentare und Shares) und gewinnst so neue Fans hinzu. Wie Du das erreichst, zeigen Dir die folgenden 7 Tipps zum Thema “Social Media für Musiker”..

Einige Musiker nutzen auch gerne Snapchat. Ich empfehle Snapchat dann, wenn Du bereits einen kleinen Fankreis hast, für den Snapchat interessant ist. Die Vorteile von Snapchat sind die Natürlichkeit, also keine große Fotobearbeitung vor dem Posten, sowie die Nähe. Nähe bedeutet in diesem Fall, dass man schnell und unkompliziert einen kleinen Moment für die Fans festhalten kann. Du bist für die Fans greifbar und das ist unfassbar wichtig. Der Nachteil von Snapchat ist die Schnelllebigkeit. Ein Snap verschwindet nach dem Posten nach 10 Sekunden wieder. Du schaffst also kaum einen Mehrwert für neue Fans. Denn neue Fans sehen Deine Snaps von vor einer Woche nicht mehr.

Meine Empfehlung ist also: Erst Facebook, dann Instagram und anschließend Snapchat. Twitter hingegen ist in meinen Augen kein geeignetes Tool, um Dir eine Fanbase aufzubauen. Falls Du anderer Meinung bist, hinterlasse gerne ein Kommentar mit schlagkräftigen Argumenten, wieso Twitter bei Social Media für Musiker nicht fehlen sollte.

Tipp 2: Sei persönlich und greifbar für Deine Fans

Die Fotos vom Covershooting sind so toll geworden, dass Du sie mit Deinen Fans schon vorher teilen willst? Eine gute Idee. Eine noch bessere Idee: Teile Fotos vom Making-Of. Zeige Deinen Fans nicht nur, wie das Endergebnis aussieht sondern auch, wie es zu diesem Ergebnis gekommen ist. Deine Fans wollen das sehen und belohnen Deine persönlichen Einblicke mit Likes und Kommentare.
Schaue Dir gerne die Profile großer Stars an. Egal ob Musiker, Schauspieler oder Modell. Welche Beiträge erhalten die meisten Interaktionen (also „gefällt mir“-Angaben und Kommentare)? Die Hochglanzbilder oder die privaten Einblicke? Fotos, die nicht professionell sind, zeigen Deinen Fans, dass Du bereit bist auch private Dinge zu teilen.
Achte jedoch darauf, dass Du nicht nur „Schnappschüsse“ teilst. Du könntest sonst, besonders zu Beginn, amateurhaft wirken. Es ist hilfreich z. B. mit einer Spiegelreflexkamera einige Fotos vom Dir im Tonstudio zu machen und sie ein wenig „auf Hochglanz zu polieren“. Es zeigt, dass Du zum einen an Songs arbeitest, zum anderen aber auch professionell bist.

Tipp 3: Regelmäßigkeit erhöht die Vorfreude

Poste regelmäßig was Du so treibst. Das kann einmal täglich sein oder auch nur zwei/dreimal in der Woche. Wichtig ist, dass Deine Fans sehen, dass es Du am Ball bleibst. Regelmäßiges Posten erhöht außerdem Deine Reichweite (zumindest dann, wenn Deine Fans mit Deinem Beitrag interagieren). Du hast einen regelmäßigen Termin? Du bist zum Beispiel jeden Dienstag im Tonstudio und nimmst neue Songs auf? Dann poste jeden Dienstag einen Einblick. Sei hier kreativ, drei Fotos in Folge, wie Du vor dem Mikrofon einen Song einsingt, finden Deine Fans irgendwann langweilig. Ich möchte Dir hier einen kleinen Vorschlag machen:
Dienstag 1: Ein Foto, wie Du einen Song schreibst – vielleicht sogar mit Textzeile
Dienstag 2: Ein Foto davon, wie Du ein Gespräch mit Deinem Produzenten führst
Dienstag 3: Ein Foto, wie Du einen Song aufnimmst
Dienstag 4: Ein Video (Handyvideo reicht vollkommen) vom Preview des Songs
Dienstag 5: Ein Foto, wie Du im Studio entspannst

Du hast über fünf Wochen mindestens einen Beitrag auf Deiner Seite. Durch die Regelmäßigkeit wissen Deine Fans, dass etwas passiert. Hierbei ist es jedoch wichtig, dass Du nicht plötzlich bei Woche 6 nichts mehr postet. Du bist mit Deinen Arbeiten am Album fertig und hast derzeit nichts was Du posten kannst? Dann schreibe es: „Hey Fans, aktuell sind alle Arbeiten für das Album fertig. Derzeit wird es ein wenig ruhiger. Sobald sich etwas neues tut, erfahrt ihr es sofort“.

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Tipp 4: Binde Deine Fans ein

Nichts erhöht Deine Reichweite so sehr, wie Personen, die damit interagieren. Du solltest also dafür sorgen, dass Deine Fans Deine Beiträge liken, kommentieren und teilen. Das klingt leichter als es ist. Wenn Du Tipp 2 und Tipp 3 befolgst, bist Du schon auf dem richtigen Weg. Du kannst die Reichweite außerdem erhöhen, wenn Du Deine Fans konkrete Dinge fragst. Nehmen wir unser Beispiel aus Tipp 3: Es ist Dienstag und Du bist auf dem Weg zum Studio. Es ist 8 Uhr morgens. Da bietet sich folgender Text an: „8 Uhr – super geschlafen. Voller Tatendrang ins Studio. Was geht bei euch so?“
Sprichst Du Deine Fans gezielt an, dann sorgst Du auch dafür, dass Deine Fans antworten. Das ist wie in einem echten Gespräch. Redest Du mit Dir selber, antwortet Dir keiner – sprichst Du jemanden an, wird er Dir antworten.

Tipp 5: Baue Dir eine Marke auf

Du bist der Grund warum Fans Deine CDs kaufen. Frauen kreischen bei Justin Bieber wegen Justin Bieber und nicht, weil er x Millionen Platten verkauft hat (okay, vielleicht ein wenig). Wichtig ist aber, dass Du verstehst, dass Deine Fans Dich wollen. Was Du singst ist zweitrangig, so hart es klingt. Denn ob Du nun über eine gelbe Tulpe oder eine rote Rose singst, der Unterschied ist gering. Versuche also Dich als Person bestmöglich zu verkaufen. Besonders auf den Social Media Kanälen. Es hilft, wenn Du Dein Gesicht zeigst und es hilft, wenn Du einen immer wiederkehrenden Eye-Catcher auf Deinen Bildern hast. Du hast ein Logo? Okay, binde es klein irgendwo ein. Du trägst gerne Mützen? Dann mache das zu Deinem „Markenzeichen“. Ein gutes Beispiel ist der Rapper Cro mit seiner Panda-Maske, die ein richtiges Markenzeichen geworden ist. Ein Social-Media-Markenzeichen kann aber auch ein anderes besonderes Symbol im Text sein. Mittlerweile gibt es viele auffällige Emojis, die Du verwenden kannst. Ich kenne zum Beispiel ein Facebook-Profil, welches jeden Beitrag mit einem roten Ausrufezeichen beginnt. Selbst beim schnellen Durchklicken fällt das rote Ausrufezeichen auf und ich bleibe hängen, jedes Mal. Ein anderes Beispiel ist der Rapper Azad, der alle seine Beiträge auf Facebook in Großbuchstaben verfasst. Auch das ist sein Social-Media-Markenzeichen geworden.

Tipp 6: Bitte Deine Fans um einen Gefallen

Frage Deine Fans, ob sie Dir einen Gefallen tun können. Das klingt im ersten Moment zwar etwas seltsam, hier hinter steht aber ein psychologischer Trick, der sich „Benjamin-Franklin-Effekt“ nennt. Diese Theorie besagt: „Derjenige, welcher dir einmal eine Freundlichkeit erwiesen hat, wird eher bereit sein, dir eine weitere zu erweisen als der, dem du selbst einmal gefällig warst.“
Wieso ist so? Der Benjamin-Franklin-Effekt beruht auf die kognitiven Dissonanz. Vereinfacht gesagt bedeutet es, dass sich Menschen die Dir einen Gefallen tun, fragen, wieso sie Dir überhaupt dieses Gefallen getan haben. Sie begründen es fast immer mit positiven Dingen: „er war mir halt sympathisch“ oder „ich habe gemerkt, wie viel ihm an meiner Meinung liegt“ etc.
Du steigerst so also Dein positives Fremdbild. Das Gute daran ist, wenn Du diese Menschen nun erneut um einen Gefallen bittest, denken sie an die positiven Eigenschaften zurück, die sie sich zum ersten Gefallen „ausgedacht“ haben.
Nehmen wir ein Beispiel: Du sitzt an einem Song, zu dem Dir kein wirklicher Titel einfällt. Also postest Du einige Zeilen und schreibst dazu folgendes: „Wer hat Bock mir zu helfen? Mir fällt kein passender Titel ein.“ Gut ist, dass Du hier schon mal Tipp 2 und Tipp 4 eingebaut hast, was Deine Reichweite erheblich erhöht. In Idealfall posten nun einige Fans ein paar Titel-Ideen und freuen sich sogar, wenn sie helfen konnten. Bedanke Dich bei jedem, auch wenn es hunderte sind und nutze bitte kein Copy&Paste.
Deine Fans haben Dir einen kleinen Gefallen getan und sind somit in der kognitiven Dissonanz „gefangen“. Nun gehen wir zum zweiten Schritt über, bitte Deine Fans um einen noch größeren Gefallen, damit der Benjamin-Franklin-Effekt greift. Lasse Deine Fans Dein Album vorbestellen oder Dein T-Shirt kaufen. Verpacke es auch hier wieder als Gefallen, den Deine Fans Dir tun können. Beispielsweise: „Hey Fans, einige von euch hatten mich letztens unterstützt einen Song-Titel zu finden. Danke noch mal… Ich überlege gerade, wie viele CDs ich herstellen lassen soll und habe Sorge, dass ich zu wenig CDs herstellen lasse. Wer Bock hat, kann mir den Gefallen tun und mein Album hier vorbestellen. Danke euch.“ Ja, das wirkt ziemlich billig. Ist es auch, neue Fans und die, die Dir keinen Gefallen getan haben, werden hierauf weniger anspringen, als die Fans, die Dir schon bei der Suche nach einem Song-Titel geholfen haben. Setze diese Art des „Verkaufstricks“ aber nicht zu häufig an. Deine Fans könnten sonst denken, dass Du nichts alleine auf die Reihe bekommst.

Tipp 7: Bewerbe Deine Beiträge

Häufig höre ich im Gespräch mit Musikern, dass diese ihre Beiträge auf Facebook nicht bewerben wollen. Wenn ich dann nachfrage, wieso das so ist, höre ich ziemlich oft „meine Fans sollen meine Musik so hören, ohne dass ich dafür Werbung mache.“. Dass dies jedoch nur bedingt funktioniert ist vielen Musikern leider nicht klar. Facebook spielt Deine Beiträge nämlich nicht an alle Deine Fans aus. In der Regel werden Deine Beiträge weniger als 10% Deiner Fans angezeigt. Bei kleineren Seiten ist der Prozentsatz zwar ein wenig höher, aber weiterhin nicht besonders attraktiv. Stelle Dir vor, Du hast eine Seite mit 800 Fans und erreichst nur 80 Fans. Das ist ärgerlich und sehr viel verschwendetes Potenzial.
Ich empfehle Dir daher ein Facebook-Werbekonto einzurichten und Deine Beiträge regelmäßig für ein bis zwei Tage mit wenig Geld zu bewerben. Es reichen pro 1000 Fans meist ein bis drei Euro täglich für eine viel größere Reichweite. Wenn Du bisher noch keine Berührung mit Facebook-Werbeanzeigen hattest, dann teste als Zielgruppe „Nutzer, denen meine Seite gefällt und deren Freunde“. Wenn Du die oberen Tipps befolgt hast, wirst Du merken, dass Du mehr Interaktionen bekommst. Umso mehr Interaktionen mit Deinen Beiträgen stattfinden umso höher ist die Chance, dass Facebook Deine Beiträge öfter anzeigt, ohne, dass Du dafür zahlen musst.

Fazit: Social Media für Musiker

Damit Du auf den sozialen Netzwerken erfolgreich bist, ist es wichtig, dass Du dort präsent bist. Zeige Dich ehrlich und nahbar, indem Du persönliche Einblicke gewährst und Deine Fans mit aktiven Fragen einbindest. Versuche ein Social-Media-Markenzeichen aufzubauen, dass Deine Fans schnell wieder erkennen, ich nutze z. B. vor und nach meiner Social-Media-Überschrift eine CD als Bildchen. Scheue Dich nicht, Deine Fans zu fragen, ob sie Dich beispielsweise mit Titel-Ideen unterstützen. Investiere einige Euro für das Bewerben Deine Beiträge, nur so erreichst Du all Deine Fans.

Ich hoffe, dass Dir dieser Blogbeitrag ein wenig helfen konnte. Falls Du dazu Fragen hast, poste diese Frage gerne unter den passenden Facebookbeitrag dazu: mayodi.de/fb-some-musiker
Ach ja, Tipp 6: Könntest Du mir den Gefallen tun und den Artikel liken, kommentieren oder teilen? Kopiere dazu diesen Link: https://mayodi.de/social-media-fuer-musiker/